Was soll das hier eigentlich mal werden?

Wie wir unseren Garten planen und gestalten wollen

Unser Garten im Südharz ist rund 850 Quadratmeter groß – eine Menge Holz für jemanden, der die letzten Jahre nur ein handtuchbreites Reihenhaus-Gärtchen beackert hat.

Mehr Fläche, mehr Platz für Ideen? Ob es leichter wird, aus der achtfachen Fläche einen Garten zu machen, wage ich zu bezweifeln. Nicht umsonst sind diverse Internetforen von händeringend nach Hilfe suchenden Hobby-Gärtnern und -Gärtnerinnen gut besucht – auch von mir.

Natürlich könnten wir auch einen Fachmann oder -frau beauftragen, welche/r uns die 850 qm durchplant und mit einer Armada von Helferlein ruck-zuck umbaut. Aber das passt weder in unser Budget, noch wäre es uns lieb. Weil: dann wäre es nicht mehr unser Garten. Wir fahren in den Garten, weil wir dort werkeln, buddeln und uns krummarbeiten wollen – und abends  unser “Werk” bestaunen und uns gut dabei fühlen wollen.

Unser Grundstück war zu DDR-Zeiten mal ein Ferienhaus der LPG Breitenworbis, die dort ihre Bauern zum Erholen hingeschickt hat. Deshalb ist die Bepflanzung eher pflegeleicht, größere Staudenbeete gab es zu unserem Einzug nicht, dafür viel Rasenfläche (oder halt grüne, grasige Fläche mit Moos, Gänseblümchen u.a. Wiesenzeugs). Das mit dem vielen Rasen soll sich Stück für Stück ändern. Nicht, weil Rasenmähen anstrengend ist (ist es gar nicht so sehr), sondern weil es langweilig ist, in einem Garten  von vorn bis hinten durchgucken zu können. Spannender für uns ist es, wenn es Gartenräume, verschlungene Pfade, verwunschene Ecken und versteckte Sitzecken und immer wieder etwas zu entdecken gibt.

Als Teilzeitgärter mit 500 Kliometer Luftlinie zwischen Garten und Noch-Lebensschwerpunkt geht gas alles nur Stück für Stück und mit einer guten Portion Geduld und Pragmatismus. Was wir das eine Wochenende nicht geschafft haben, kommt eben beim nächsten Mal dran. Für größere Vorhaben gibt es Urlaubswochen – und nächstes Jahr ist auch noch Zeit.

Doch unser Ziel wollen wir nicht aus den Augen verlieren. Deshalb hier unsere paar Grundsätze, wie wir das handhaben wollen in unserem Südharzgarten:

  1. So natürlich wie möglich: Das betrifft sowohl den Charakter des Gartens als auch den Einsatz von Baumaterialien. Unser Harzgarten liegt am Waldrand, das darf man ruhig merken. Hier darf es  auch so wild aussehen wie im Wald.
  2. Heimisches: Sträucher, Obstsorten und Stauden, die in der Region vorkommen und/oder gut hier wachsen, werden immer den Vorzug bekommen. Exotisches, welches mitteleuropäische Winter nur mit großem Aufwand überlebt, wird es kaum geben, ausgefallenes nur, wenn wirklich das Herz dran hängt – und den Winter von allein überlebt.
  3. Keine Chemie: weder als Dünger noch Pflanzenschutz, Pilz- und andere Mittelchen. Wenn, dann natürlich. Einzige Ausnahme: Schneckenkorn (sorry, aber wenn die Viecher meine Pflanzen abmähen, werd ich böse)
  4. Use, what you have: Wir betreiben keine Materialschlacht und verwenden vorrangig Materialien, die der Garten oder die Umgebung hergibt oder die bereits im Garten vorhanden sind: dickere Äste als Beetbegrenzung, Betonplatten als Trittsteine, wild ausgesamte Fingerhüte, Margeriten oder Farne sind willkommen.
  5. preiswert vor teuer, selbermachen vor machen lassen
  6. und grundsätzlich: von “Planung” im großen Stil wollen wir eher nicht reden. Wir gehen das immer Stück für Stück an – so wie wir gerade die Ideen haben.

 

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