Gummistiefel mit Rosen und Totenköpfen

Gummistiefel-Tag oder eine Geschichte übers Rasenmähen

Warum Rasenmähen nach Regen blöd ist, wie die Gärtnerin stattdessen Kompostfutter produziert und wie der Mann der Gärtnerin mit einer Flex das Messer des Rasenmähers wieder scharf macht…

Das Rasenmähen steht immer als erstes auf der To-Do-Liste der Harzgärterin, wenn sie im Südharz weilt. Ohne getunten Rasen braucht sie gar nichts anderes anfangen. Nicht, dass der Harzgärtnerin sonderlich viel an einem 1A-englischem-Rasen liegen würde. Jedoch ist eine nichtgemähte Grünfläche für den weiteren Garten-Aufenthalt eher hinderlich. Flanieren, Rosen verhätscheln, Unkraut zupfen, größere Umbauarbeiten – nicht ohne gemähte Grashalme. Sonst nämlich wird das üblicherweise knöchelhoch gewachsene, bodennahe Gemischt-Biotop aus Grashalmen, Klee, Moos, Spitz- und anderen Wegerichen sowie diversen Unkräutern gnadenlos platt gemacht. Was wiederum für späteres Mähen suboptimal ist. Deshalb Rasenmähen als erste größere Arbeit.

Als die Harzgärterin morgens um sechs voller Tatendrang wach wurde, regnete es. Das ist an sich nicht so wild. Leider durchkreuzt das Wetter aber die Rasenmäh-Pläne gleich nach dem Frühstück. Knöchelhoch gewachsenes Gras mähen ist allein schon anstrengend – nassen, knöchelhohen Rasen mit dem Mäher zu bearbeiten, fast unmöglich. Nasses Gras klebt nämlich gewaltig. Der Auswurfschacht des Rasenmähers in den Fangkorb ist dann schneller verstopft, als Du Grashalm und Spaten sagen kannst.

Strauchschnitt Deshalb Plan B: Natürlich hat die Harzgärtnerin als Country-Lady standesgemäß ein paar Rock’n’Roll-Gummistiefel im Schrank (siehe oben). Mit diesen stiefelte sie durch das knöchelhohe, nasse Gras zur Strauchgruppe am oberen Weg. Das Grünzeug (Eibe, Bauernjasmin und Hartriegel) hatte sich in den letzten Monaten gewaltig ins Zeug gelegt – und einem Bogen über den Weg (im Bild zu erahnen) gebaut. Dekorativ – leider hinderlich fürs Vorbeikommen. Also mit Garten- und Astschere dem Dschungel mutig entgegengetreten.

Nach einer halben Stunde im tropfnassen Dickicht (zwischenzeitlich hatte der Regen aufgehört) war der Pfad wieder passierbar:

Weg nach Strauchschnitt

Okay, fast. Der Berg Äste muss weg. Dafür hat die Harzgärtnerin so eine Art Fleischwolf. Äste, Blätter oben rein, kleingehäckseltes Grünzeugs unten raus. Die ganze Prozedur fand unter dem Vordach des Gartenschuppens statt. Inzwischen regnete es nämlich wieder – und mit Nässe in Kombination mit 220 Volt sollte niemand spaßen.

Die Eibenzweige – weil komplett giftig –  kamen nicht in den Reisswolf – es bestand wenig Lust, atomisierte Eibe einzuatmen. Die Eibenreste bekamen statt dessen ihre letzte Ruhestätte im dunklen Dickicht unter der großen Mutterpflanze. Dort können sie nun in Ruhe vor sich hin kompostieren.

gehäckseltes aus dem SchredderAlle anderen Zweige (auch noch einige von der Forsythia, weil grad so schön in Fahrt) ergeben prächtiges Kompostfutter und in einem Jahr feinste Beet-Zutat für schweren Lehmboden.

Mittags wagte sich sogar die Sonne raus und mühte sich redlich, den klatschnassen Rasen  abzutrocknen.

Derweil hatte der Harzgärterin-Ehemann mit dem Multitool namens “Flex” (mit dem Teil kann Mann zur Not auch Brot schneiden oder Konservendosen öffnen) und filmreifem Bohei das Messer des Rasenmähers geschärft:

Mäher-Messer schärfen mit der FlexEr sollte sich direkt bei “Ironman” IV bis VII bewerben, oder?

Nach der  vereins-gesetzlichen Mittagspause (bis 15 Uhr) blieben die Gummistiefel im Schrank – und der knöchelhohe, nicht mehr ganz so nasse Rasen konnte in zweistündiger schweißtreibender Buckelei endlich in seine Schranken gewiesen werden.

Der Tag war gerettet – bis zum nächsten Rasenmäher-Tag.

 

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