It's Showtime!

It’s Showtime!

So, ich habe fertig. Die größte Aufgabe auf der To-Do-Liste für den Harzgarten-Urlaub ist erledigt. Das Staudenbeet vor der Terrasse (als Inselbeet im Rasen) und die beiden “Ecken” rechts und links der neuen Terrassen-Treppe sind so weit. Yeah! Endlich! Es wird Garten!

Über sieben Stufen musst Du gehn

Als erstes die Treppe: Dafür brauchte der Harzgärtner im Prinzip nicht mehr so viel zu machen: Im Baumarkt Bretter besorgt (praktischerweise gleich auf Maß zugeschnitten). Er hat sogenannte Siebdruckplatten genommen. Die sind auf einer Seite rauh, was die Rutschgefahr erheblich bannt. Ob sie wetterfest sind, wird sich spätestens nach dem Winter zeigen.

Das anstrengendste (neben der Warterei auf die Montage der ganzen Konstruktion) war das Bohren der Löcher. Der Handwerker im Gartenhause brauchte mehrere Bohrer, um die Schraublöcher für die sieben Stufen durch den Edelstahl zu schimpfen. Dauerte etwa einen Tag (plus ein Tag für das Besorgen des Materials). Aber sagt mal ehrlich: sieht doch ziemlich schnieke aus, unsere Show-Treppe, oder???

Erst dann konnte ich mit der “Lehm-Challenge” rechts und links der Treppe beginnen – also Grassoden abstechen, Lehmboden tief umgraben, Waldhumus, Kompost und andere  Sachen zur Bodenverbesserung unterarbeiten – also erst einmal ein gutes Bett für die Blumen bereiten, die ich endlich – oh Freude! – einbuddeln konnte.

Staudenbeet anlegen – was Du beachten solltest

Vorher sollte sich die gewissenhafte Gärtnerin ein paar Gedanken machen, wo was stehen soll. Diese Planung ist beim Anlegen eines Staudenbeetes nicht zu verachten. Blöd, wenn dann später die großen Rittersporne vorn im Beet stehen, das Kleinzeugs hinten. Welche Farben will ich wo haben? In welchen Monat blüht Blümchen A, B, C? Fühlt sich Staude XY eigentlich in der prallen Sonne wohl? Verträgt sich das wuchernde Gewächs mit dem zarten Pflänzchen nebenan oder raubt es ihr Licht, Luft und Wurzelraum? Ein Staudenbeet anlegen kann zur Wissenschaft ausarten, sag ich euch… Profis bekommen dafür sogar Geld!

Ihr müsst die ganze Sache jedoch nicht allzu kompliziert angehen – immer schön entspannt bleiben – Gartenarbeit soll ja erholen! Ich habe mich vor allem nach der Größe der künftigen Schützlinge und den Farben leiten lassen. Die Blumenbeete rechts und links der Treppe sollen ab nächstem Jahr in kräftigen Farben erblühen: Blau-, Rot-und Gelb-Töne. Die Westerland in Orange kennt ihr ja schon. Dazu gesellen sich die blauen Rittersporne aus dem Kindergarten (im Frühjahr vom Nachbarn als Samen bekommen und erfolgreich bis zum Teenager-Stadium  gezogen), eine gelbe Rose (die vorher in einer argen Lehmblase neben Leonardo vor sich hin kümmerte), noch eine andere, sehr imposante Rose (die ich Euch demnächst mal gesondert vorstelle)  – dazwischen Lavendel in schönem Violett. Salbei, Thymian und Majoran dürfen den Rosen zu Füßen liegen – ich steh nicht so sehr auf separate Kräuterbeete. Mauseohr (das eigentlich Wollziest heißt) und sanft gelb blühender Frauenmantel sollen im Vordergrund den Rasen abhalten, ins Beet zu wuchern.

An der rechten Seite der Treppe wird es so richtig knallen: Eine dunkelrote Bauernpfingstrose wird im nächsten Jahr ihren großen Auftritt haben. Sie ist eine Spende von einer lieben Gartennachbarin –  aus deren Garten noch mehrere Gewächse demnächst umziehen dürfen. Gelb bringt der “Gewöhnliche Sonnenhut” (Rudbeckia fulgida) mit: gar nicht gewöhnlich, sondern eine meiner Lieblingsblumen, weil sie mich immer noch an die unbeschwerten Spätsommer-Gartentage meiner Kindheit erinnert. Auch der Harzgärtner hat sich die unbedingt gewünscht. Für Rottöne sollen ausgesähte Stockrosen und Flammenblumen (Phlox) in herrlichem Pink und Violett sorgen. Besonders gespannt bin ich auf die Garten-Duftnessel – eine Wildstaude, die ich mir  von der Baumschule ganz in der Nähe mitgebracht habe – sie soll duften und mit ihrem eher sanften Blau etwas Unaufgeregtheit in diese knallbunte Gartenecke bringen.

Im großen, etwa dreieckigen Staudenbeet mitten im Rasen geht es farbtechnisch sanfter zur Sache: Die beiden Leonardos blühen ja schon ganz imposant in Rosa vor sich hin. Weiß und Blau passt dazu am besten, so  meine Idee.

Folgende Pflanzen habe ich in dem Dreieck (etwa 4,5 x 4,5 x 2,5 Meter) untergebracht:

  • die restlichen blauen Rittersporn- Teenager (die stehen in der Mitte)
  • Flammenblume (Phlox) in Weiß – später sollen noch welche in Rosa dazukommen
  • einfache Garten-Margeriten in Weiß
  • eine Bartblume  – die blüht blau und vor allem im Spätsommer bis zum Frost
  • Fetthenne – blüht rosa und auch eher Richtung Herbst
  • Wollziest (bläulich), Purpurglöckchen (eher rosa) am Rand
  • Schwertlilien (ich hoffe, ich habe die blauen erwischt)
  • und nochmal Frauenmantel – okay, der ist ausnahmsweise gelb –  aber ich mag ihn so.

Den Ehrenplatz an der Spitze des Staudenbeet-Dreiecks hat eine Felsenbirne bekommen. Die werde ich demnächst auch mal genauer vorstellen. Nur so viel: einheimischer Strauch/Bäumchen, blüht zartweiß im Frühjahr, bekommt essbare Früchte und eine tolle Herbstfärbung.

Ein Staudenbeet anzulegen ist – wie alles, was man so im Garten macht – immer irgendwie ein Versprechen in die Zukunft. Wie gerne würde ich jetzt schon mal einen kleinen Blick ins nächste Jahr machen: Wird alles wirklich so, wie ich mir das mit meinem Gärtner-Halbwissen vorgestellt habe? Wahrscheinlich habe ich den Fehler begangen, den viele machen, die Stauden pflanzen: Alles viel zu dicht und ungeordnet gesetzt – trotz abendelanger Planung im Kopf. Aber dann wachsen die Zöglinge größer, bunter, üppiger als vom Pflanzetikett oder der Pflanzenbeschreibung im Internet vorgegeben. Die Natur lässt sich eben doch nicht ganz in irgendwelche Raster oder Maße zwängen.

Und das ist das Schöne. Ich lasse mich überraschen, was die Natur im nächsten Jahr aus meiner vagen Vision von Farb- und Blütenpracht entstehen lässt.

Nun habe ich ziemlich Dich zugetextet: Aber ganz am Ende dieses Posts gibt es natürlich die Bilder. Gefällt Dir unser Werk?

Ein Kommentar zu “It’s Showtime!

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